Das Gehen

Eigentlich gibt es nicht Normaleres als das Gehen. Trotzdem kann es auch ein Zeichen sein: Das Gehen ist die Haltung des Unterwegsseins. Unser ganzes Leben ist ja eigentlich ein Unterwegssein zu Gott. Das II. Vatikanische Konzil sprach deshalb auch vom ?Volk Gottes auf dem Weg?. Das "liturgische" Gehen ist kein Hasten und Rennen, sondern hat etwas Würdevolles. Wir machen uns auf den Weg, Gott entgegen.

Die Wallfahrt / die Prozession

Wallfahrten und Prozessionen gehören zum alten religiösen Brauchtum und haben eine lange Geschichte. Sie erinnern uns daran, dass wir als Volk Gottes auf dem Weg sind und fördern u.a. das religiöse Gemeinschaftserlebnis. Man kann sie fast eine Demonstration des persönlichen Glaubens bezeichnen. Unterwegs sein heißt immer auch Aufbruch zu etwas neuem. Das Kreuz wird vorangetragen: Jesus geht voraus auf dem Weg der Kirche. In diese Wallfahrten und Prozessionen werden Gesänge, Fahnen, Gebete und Segenshandlungen einbezogen. Beliebt sind in den letzten Jahren auch sog. Sternwallfahrten (z.B. die Sternwallfahrt im Seelsorgebreich oder am Bittsonntag, Wallfahrer aus Dechsendorf, Großenseebach und Hesselberg gehen nach Hannberg), Christen aus verschiedenen Ortsteilen oder Gemeinden ? machen sich sozusagen zu einem gemeinsamen Ziel auf den Weg. Auch für die Prozession trifft vieles von dem zu, was bereits bei der Wallfahrt oben steht. Auch hier geht es um ein Unterwegs sein, um einen Weg des Glaubens. Besonders eindrucksvoll gestalten sich auch die abendlichen Lichterprozessionen (z.B. Lourdes oder Altötting). ?Geh mit uns auf unserem Weg?, singt ein neues Christuslied. Es nimmt das Bild des mitgehenden Gottes auf, oder auch Jesus als Begleiter, wie ihn die Emmaus-Jünger erfahren.

Carola Schneider