Segnen heißt im lateinischen benedicere, und das heißt: „Gutes zusagen“. Jeder Mensch ist des „Benedicere“, des Gutes-Sagens, des Gesegnet-Werdens bedürftig. Er nimmt es von anderen Menschen, die ihm Gutes wünschen, dankbar an.
Die Kirche behält das Segnen nicht den sakramental geweihten Christen vor. Alle Christen können und sollen einander segnen: die Eltern ihre Kinder und die Kinder ihre Eltern, ebenso Eheleute und Freunde. Der Segen derer, die in der Kirche das apostolische Prinzip verkörpern, wird aber in besonderer Vollmacht Christi gegeben: der Segen des Bischofs, des Priesters und des Diakons. Die Worte dieses Segens werden zumeist von Zeichen wie Kreuzzeichen, Handauflegung, Weihwasser und Weihrauch begleitet. Dahinter steht allemal die Bitte, Gott möge seine Hand auf das Gesegnete legen. Der Segen wird verstanden als Kraft für den Alltag und als Zuspruch von Gottes Nähe auf allen unseren Wegen.
Carola Schneider